Jugenddialoge auf Landkreisebene

Ein Modellprojekt im Rahmen des Masterplan Jugend Baden-Württemberg

Wie können junge Menschen mit kommunalen Entscheidungsträger*innen ins Gespräch gebracht werden? Jugenddialoge auf Landkreisebene können eine Antwort sein. Sie sind nicht nur ein Beteiligungsinstrument, sie sind auch ein wichtiges Signal an junge Menschen: Ihre Stimmen, ihre Perspektiven und ihre Sorgen sind wichtig. Udo Wenzl schreibt über Bedeutung, methodische Ansätze und Chancen von Jugenddialogen.

Der Masterplan Jugend Baden-Württemberg verfolgt das Ziel, jungen Menschen im Land gute Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe zu bieten. Ein zentrales Handlungsfeld ist dabei die Stärkung der Jugendbeteiligung und die Förderung des Dialogs zwischen jungen Menschen und kommunalen Entscheidungsträger*innen.

Die Jugenddialoge auf Landkreisebene als Modellprojekt sind in diesem Kontext von besonderer Bedeutung, da sie Jugendlichen die Möglichkeit bieten, ihre Anliegen direkt mit Gemeinde- und Kreispolitiker*innen zu diskutieren, Erfahrungen mit demokratischer Mitgestaltung zu sammeln und zugleich Impulse für eine jugendgerechte Weiterentwicklung der Landkreise zu geben.

Während Beteiligungsformate in Städten und Gemeinden inzwischen vielerorts etabliert sind (seit 2014 existiert mit dem § 41a der baden-württembergischen Gemeindeordnung eine rechtliche Verankerung), zeigen die Erfahrungen, dass gerade die Landkreisebene besondere Herausforderungen, aber auch Chancen für die Jugendbeteiligung bietet. Das Modellprojekt hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, jeweils passgenaue und übertragbare Formen des Dialogs zu erproben, die den regionalen Strukturen und Bedarfen gerecht werden.

Der folgende Inhalt ist nur für unsere Mitglieder zugänglich. Bitte logge dich ein, wenn du Mitglied im Fachverband Bürgerbeteiligung bist.

Anmelden
   
Udo Wenzl ist Diplom-Sozialpädagoge (FH) und systemischer Berater. Er arbeitet heute als Kommunalbegleiter für Kinder-, Jugend- und Bürgerbeteiligung, ganz praktisch und in den Lebensräumen der Menschen. Er gehört zum Team des Instituts für angewandte Sozialwissenschaften und begleitet in erster Linie die Projekte der Kinder- und Jugendbeteiligung.
Diesen Beitrag teilen:

Das Magazin zur politischen Teilhabe

Gerne schicken wir eine kurze Email, sobald eine neue Ausgabe erscheint:

Weitere Artikel aus unserem Magazin

Literatur

Konflikte: Ressource oder Risiko?

Das Leben ist voller Konflikte, und nicht alle lassen sich lösen. Klaus Eidenschink beschreibt die Kunst des Konflikts als Fähigkeit, sinnvolle Konflikte zu eröffnen, nutzlose zu beenden und die restlichen klug zu regulieren .

Artikel lesen
Theorie

Kann man mal machen oder Must-have?

Kinder und Jugendliche lernen Demokratie meist nur abstrakt und theoretisch kennen. Echte Beteiligung und Mitbestimmung, die nicht nur als Feigenblatt dient, sondern einen wirklichen Einfluss ermöglicht, ist selten. Dabei würde das große Potenziale bringen. Sebastian Mech beschreibt die theoretischen Grundlagen und Leitideen, die echte Beteiligung junger Menschen fördern und legitimieren.

Artikel lesen
Wissenschaft

Jugendbeteiligung in Berliner Bezirken

Die heutige Jugend sei politikverdrossen und wolle sich nicht engagieren? Das stimmt nicht, sagen Menschen, die in der Kinder- und Jugendbeteiligung tätig sind. Doch wie können junge Menschen für Projekte gewonnen und nachhaltig eingebunden werden, und was sind zentrale Hürden? Dieser Frage gingen Michelle Schinköth und Louisa Kühn in ihrer studentischen Forschungsarbeit nach, die sie im Beitrag zusammenfasst.

Artikel lesen
Best Practice

Traditionelles Wissen und demokratische Innovation

Die Potenziale deliberativer Bürgerbeteiligung sind groß. Nicht nur im europäischen Kontext sondern auch unter ganz anderen Rahmenbedingungen. Besonders in Lateinamerika erleben demokratische Innovationen, wie beispielsweise Bürgerräte, aktuell starken Aufwind. Ein Einblick in die Herausforderungen und Lösungen der ersten Klimabürgerversammlung im Amazonasgebiet.

Artikel lesen
Best Practice

Hybride Beteiligung in der Quartiersentwicklung

Der Stadtrat stimmt für einen städtebaulichen Vorschlag, eine Bürger*inneninitiative kritisiert das. Die Zeichen stehen auf Konflikt. Spannende Vorbedingungen für eine Bürgerbeteiligung. Kathleen Wächter berichtet über den hybriden Beteiligungsprozess in Magdeburg und stellt interessante Schlüsse aus den Erfahrungen vor.

Artikel lesen
Studie

Klimapolitik als Gemeinschaftsaufgabe

Wie kann die Bevölkerung bei zentralen klimapolitischen Entscheidungen konkret eingebunden werden? Eine aktuelle Studie liefert Vorschläge für eine frühzeitige, strukturierte Beteiligung der Öffentlichkeit bei zentralen Gesetzesvorhaben.

Artikel lesen
Kommentar

Wer Jugendliche ausschließt, darf sich über Gewalt nicht wundern

Immer wieder gibt es Fälle von gewalttätigen Jugendlichen aus Einwandererfamilien. Der Aufschrei ist groß, Politik und Medien sind alarmiert. Doch Gewalt ist selten nur ein Problem der Erziehung oder Kultur. Sie ist häufig ein politisches Symptom. Dieser Meinung ist Mohamed Zakzak, Diplom-Sozialarbeiter und Autor des Buches „Toxische Männlichkeit bei jungen Migranten – Wenn Ehre zu Gewalt wird“.

Artikel lesen
Kommentar

Bürgerräte im Reliabilitätstest

Bürgerräte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Häufig stellt sich jedoch die Frage, wie reliabel die Ergebnisse dieser Prozesse sind. Wie zufällig und abhängig von der durchführenden Organisation sind Empfehlungen? Diese Frage stellt auch Timo Rieg in seinem Gastkommentar und kommt zu einer spannenden Forderung.

Artikel lesen