Empowerment

Was bedeutet das für Beteiligung?

Empowerment beschreibt den Prozess, bei dem Menschen oder benachteiligte Gruppen ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Umwelt wieder selbstbestimmt in die Hand nehmen. Doch was steckt genau hinter diesem Prozess?

Empowerment (von engl. power = Kraft/Macht) bedeutet Selbstermächtigung oder Selbstbefähigung.

Empowerment beschreibt den Prozess, bei dem Menschen oder benachteiligte Gruppen ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Umwelt wieder selbstbestimmt in die Hand nehmen. Anstatt bevormundet zu werden, entwickeln sie eigene Stärken und vertreten ihre Interessen selbstbewusst.

  1. Das steckt hinter dem Konzept
  • Selbstbestimmung: Die eigene Gestaltung des Alltags und der Arbeit steht im Fokus, nicht die Fremdbestimmung.
  • Ressourcenorientierung: Es geht darum, vorhandene Stärken und Fähigkeiten zu erkennen, auszubauen und zu nutzen.
  • Gemeinschaft: Oft schließen sich Betroffene zusammen (z. B. in Selbsthilfegruppen), um sich gegenseitig zu unterstützen und sich Gehör zu verschaffen.
  1. Typische Bereiche im Alltag
  • Im Beruf: Führungskräfte übertragen Mitarbeitenden Verantwortung, Entscheidungsfreiheit und Handlungsspielraum. Das steigert die Motivation und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
  • Gesellschaft & Inklusion: Randgruppen oder Menschen mit Behinderungen werden unterstützt, gleichberechtigt mitzureden und über ihr Leben zu entscheiden.
  • Frauenförderung (Female Empowerment): Frauen und Mädchen werden gezielt gefördert, um ihr Selbstvertrauen zu stärken und gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Hürden abzubauen.
  1. Empowerment in der Bürgerbeteiligung
  • Idee und Intention: Menschen befähigen, politische Prozesse aktiv mitzugestalten, anstatt nur passiv zu konsumieren. Empowerment in der Bürgerbeteiligung stärkt die Selbstwirksamkeit, baut Hürden ab und sorgt dafür, dass sich auch bisher ungehörte oder benachteiligte Gruppen aktiv in die demokratische Gesellschaft einmischen können.
Die drei zentralen Säulen
  • Befähigung: Wissenstransfer, Schulungen und transparente Informationen, damit Bürger komplexe Verwaltungsprozesse verstehen und auf Augenhöhe mitreden können.
  • Ressourcen: Bereitstellung von Räumen, Netzwerken und gegebenenfalls finanziellen Mitteln, damit sich marginalisierte Gruppen organisieren können.
  • Echter Einfluss: Partizipation darf keine Alibi-Veranstaltung sein. Echte Selbstbemächtigung entsteht, wenn Bürger die eigene Lebenswelt nachweislich verändern können.
Warum Empowerment wichtig ist
  • Demokratische Resilienz: Es wirkt Politikverdrossenheit, sozialer Polarisierung und gesellschaftlichem Rückzug ins Private entgegen.
  • Vielfalt und Repräsentation: Parlamente und Behörden spiegeln oft nicht die gesamte Gesellschaft wider. Empowerment bringt neue Perspektiven direkt in die Planungsprozesse.
  • Sozialer Zusammenhalt: Die gemeinsame Gestaltung des eigenen Umfelds (etwa im Stadtteil) stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit demokratischen Werten.

 

Martin Müller ist Geschäftsführender Gesellschafter der Lebenswerke GmbH – Social Profit Agentur und stellv. Vorsitzender des Fachverbands Bürgerbeteiligung
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