Vom Mitreden zum Mitgestalten

Wie aus einer Idee für Kinder das Kannerbureau Wooltz und das Kindermuseum PLOMM entstanden

Wie können Kinder in einer Gemeinde echte Beteiligung erfahren? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt einer Entwicklung, die heute im Kindermuseum PLOMM in Wiltz, Luxemburg sichtbar wird. Doch bevor ein Gebäude entstand, bevor Ausstellungen geplant wurden, begann alles mit der Suche nach neuen Formen der Beteiligung von Kindern am gesellschaftlichen Leben. Joëlle Lutgen-Ferber, Nadine Lepage und Manon Eicher berichten über den Aufbau eines spannenden Projekts.

Kinder sind innovativ, stecken voller Ideen und begegnen der Welt nach einem konsequenten Bottom-up-Prinzip. Sie denken nicht in vorgegebenen Strukturen, sondern entwickeln Lösungen aus ihrem unmittelbaren Erleben heraus. Sie spielen und arbeiten am liebsten gemeinsam, lernen voneinander und sind als Gruppe stärker als allein. Genau diese Eigenschaften spiegeln sich auch in den Grundprinzipien des LEADER-Programms wider.

Kinder und LEADER: gleiche Prinzipien, gleiche Haltung

Seit über 30 Jahren trägt LEADER in Luxemburg dazu bei, die Lebensqualität im ländlichen Raum zu verbessern. Ziel des Programms ist es, Menschen vor Ort zu mobilisieren, sie in Entscheidungsprozesse einzubinden und sie dabei zu unterstützen, eigene Ideen zu entwickeln, zu erproben und umzusetzen. Dabei geht es nicht um vorgefertigte Lösungen, sondern um partizipative Prozesse, die aus der Region selbst heraus entstehen.

Wie kam es so weit? Ein Kindermuseum ist kein klassisches Museum im verkleinerten Maßstab. Es ist ein Ort, an dem Kinder ernst genommen werden: als neugierige Entdeckerinnen und Entdecker, als Gestalterinnen und Gestalter ihrer Umwelt und als junge Bürgerinnen und Bürger. Im Mittelpunkt steht nicht das bloße Vermitteln von Wissen, sondern das eigene Erleben, das Mitmachen und das Mitentscheiden. Internationale Kindermuseen arbeiten nach dem Prinzip „Hands on – Minds on“: Anfassen ist erlaubt, Fragen stellen erwünscht, eigene Zugänge sind ausdrücklich Teil des Konzepts.

Der folgende Inhalt ist nur für unsere Mitglieder zugänglich. Bitte logge dich ein, wenn du Mitglied im Fachverband Bürgerbeteiligung bist.

Anmelden
   
Joëlle Lutgen-Ferber ist seit 2003 in der LEADER Region Éislek als Managerin aktiv. In ihrer alltäglichen Arbeit begleitet und unterstützt sie private und öffentliche Projektträger mit dem Ziel die Region Éislek attraktiv (für Wohnen und Arbeiten) zu gestalten und das Miteinander zu fördern. Projekte in sozialen, touristischen und Umweltbereichen konnten bisher starke Kooperationen fördern. Bürgerbeteiligung und insbesondere Kinder- und Jugendbeteiligung liegt ihr sehr am Herzen. Ihr Ziel ist es, eine Region mit aufzubauen, in der jeder Einzelne seinen Platz findet und sich willkommen und geschätzt fühlt. Der Text entstand in Zusammenarbeit mit Manon Eicher und Nadine Lepage.
Diesen Beitrag teilen:

Das Magazin zur politischen Teilhabe

Gerne schicken wir eine kurze Email, sobald eine neue Ausgabe erscheint:

Weitere Artikel aus unserem Magazin

Best Practice

Pimp My Future!

Wie können junge Menschen auf kommunaler Ebene einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten? Das betrachtet das Projekt “Pimp My Future!” und verbindet dabei Bildung und Beteiligung mit Spaß und Wirkung. Natalie Nekolla von Politik zum Anfassen e.V. stellt das Projekt vor. Sie zeigt, wie junge Menschen mit der lokalen Politik und Verwaltung zusammengebracht werden und eigene Ideen entwickelt können.

Artikel lesen
Interview

Jugendarbeit ein Leben lang

Von der Binsenweisheit „Die Jugend ist unsere Zukunft“ zur konkreten, erfolgreichen Jugendarbeit ist es oft ein weiter Weg. Welche Formate bringen Erfolg? Wie wird Zugang für Alle gewährleistet? Und wie kann die Arbeit personell gestemmt werden? Darüber sprechen wir im Interview mit Peter Knorre. Er ist Dipl. Sozialpädagoge (FH) und seit 2007 Leiter des Kinder- und Jugendhauses „Altes Gefängnis“ in Bad Säckingen.

Artikel lesen
Kommentar

Bürgerräte im Reliabilitätstest

Bürgerräte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Häufig stellt sich jedoch die Frage, wie reliabel die Ergebnisse dieser Prozesse sind. Wie zufällig und abhängig von der durchführenden Organisation sind Empfehlungen? Diese Frage stellt auch Timo Rieg in seinem Gastkommentar und kommt zu einer spannenden Forderung.

Artikel lesen
Lexikon

Partizipation

Partizipation beschreibt den Prozess aktiver Teilhabe mit Wirkungsanspruch von Individuen einer sozialen Struktur.

Artikel lesen
Literatur

Demokratiepolitik

Finn Heinrich und Leander Berner entwickeln Vorschläge für die Institutionalisierung von Demokratiepolitik, um demokratische Verfahren, Institutionen und Praktiken besser zu schützen und weiterzuentwickeln.

Artikel lesen
Best Practice

Beteiligung als Innovationstreiber

Motivierte, kreative Menschen, finanzielle Mittel und viel Raum für Ideen – hervorragende Zutaten für eine gelungene Beteiligung. Doch aus guten Zutaten folgt nicht automatisch ein gutes Ergebnis. Wie konnte im Rahmen der Smart-City-Strategie der Stadt Oberhausen aus Beteiligung erfolgreich Verantwortung werden?

Artikel lesen
Der Querulant

Jugendbeteiligung als Akt von Poesie

Was passiert, wenn Jugendbeteiligung mehr ist als Symbolik? Wenn junge Stimmen Verantwortung einfordern, Prozesse hinterfragen und Beteiligung messbar machen? Zwischen poetischer Vision und politischer Realität schreibt Martin Müller ein Plädoyer für echte Mitbestimmung statt gut gemeinter Kulisse.

Artikel lesen
Kommentar

Die richtigen Weichen stellen

Jugendgemeinderäte sind in Baden-Württemberg gesetzlich verankert. Die genaue Ausgestaltung, wie das Besetzungsverfahren, bleibt den Gemeinden offen. Das eröffnet teils kontroverse Diskussionen. Sollen Wahlen stattfinden oder soll doch lieber gelost werden? Wie wird eine diverse Besetzung sichergestellt? Melanie Schmitt nimmt hier in ihrem Kommentar eine differenzierte, aber klare Position ein.

Artikel lesen