Die richtigen Weichen stellen

Besetzungsverfahren bei Jugendgemeinderäten

Jugendgemeinderäte sind in Baden-Württemberg gesetzlich verankert. Die genaue Ausgestaltung, wie das Besetzungsverfahren, bleibt den Gemeinden offen. Das eröffnet teils kontroverse Diskussionen. Sollen Wahlen stattfinden oder soll doch lieber gelost werden? Wie wird eine diverse Besetzung sichergestellt? Melanie Schmitt nimmt hier in ihrem Kommentar eine differenzierte, aber klare Position ein.

Jugendgemeinderäte setzen sich für die Anliegen junger Menschen ein und machen ihre Stimmen in der Kommunalpolitik hörbar. Vielfalt unter den Mitgliedern sorgt dabei für ein breites Spektrum an Perspektiven. In der Realität werden die Gremien jedoch von Gymnasiast*innen dominiert. Das schließt nicht aus, dass sich Jugendliche mit körperlichen Einschränkungen, einer familiären Migrationsgeschichte, Geflüchtete oder von Armut betroffene Jugendliche in Jugendgemeinderäten engagieren. Sie sind nur häufig unterrepräsentiert. Begleitende Fachkräfte versuchen dies aufzubrechen, indem sie verstärkt Los- oder Entsendeverfahren zur Besetzung der Gremien etablieren. Was macht das mit den Jugendlichen, fragen wir uns beim Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. und haben deshalb eine Debatte dazu initiiert.

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Melanie Schmitt (M.A. Politik- und Bildungswissenschaften) ist als Geschäftsführerin beim Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. tätig, sowie als Coach für den Verein kinderfreundliche Kommunen (KfK). Erfahrung sammelte sie zuvor bei der Jugendstiftung Baden-Württemberg und der Agentur mehrwert gGmbH in Stuttgart.
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