Die richtigen Weichen stellen

Besetzungsverfahren bei Jugendgemeinderäten

Jugendgemeinderäte sind in Baden-Württemberg gesetzlich verankert. Die genaue Ausgestaltung, wie das Besetzungsverfahren, bleibt den Gemeinden offen. Das eröffnet teils kontroverse Diskussionen. Sollen Wahlen stattfinden oder soll doch lieber gelost werden? Wie wird eine diverse Besetzung sichergestellt? Melanie Schmitt nimmt hier in ihrem Kommentar eine differenzierte, aber klare Position ein.

Jugendgemeinderäte setzen sich für die Anliegen junger Menschen ein und machen ihre Stimmen in der Kommunalpolitik hörbar. Vielfalt unter den Mitgliedern sorgt dabei für ein breites Spektrum an Perspektiven. In der Realität werden die Gremien jedoch von Gymnasiast*innen dominiert. Das schließt nicht aus, dass sich Jugendliche mit körperlichen Einschränkungen, einer familiären Migrationsgeschichte, Geflüchtete oder von Armut betroffene Jugendliche in Jugendgemeinderäten engagieren. Sie sind nur häufig unterrepräsentiert. Begleitende Fachkräfte versuchen dies aufzubrechen, indem sie verstärkt Los- oder Entsendeverfahren zur Besetzung der Gremien etablieren. Was macht das mit den Jugendlichen, fragen wir uns beim Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. und haben deshalb eine Debatte dazu initiiert.

Der folgende Inhalt ist nur für unsere Mitglieder zugänglich. Bitte logge dich ein, wenn du Mitglied im Fachverband Bürgerbeteiligung bist.

Anmelden
   
Melanie Schmitt (M.A. Politik- und Bildungswissenschaften) ist als Geschäftsführerin beim Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg e.V. tätig, sowie als Coach für den Verein kinderfreundliche Kommunen (KfK). Erfahrung sammelte sie zuvor bei der Jugendstiftung Baden-Württemberg und der Agentur mehrwert gGmbH in Stuttgart.
Diesen Beitrag teilen:

Das Magazin zur politischen Teilhabe

Gerne schicken wir eine kurze Email, sobald eine neue Ausgabe erscheint:

Weitere Artikel aus unserem Magazin

Literatur

Mehr direkte Demokratie?

Was heißt es, wirklich souverän zu sein? Der Bürgerrechtler Ralf-Uwe Beck geht dieser Frage in einem leidenschaftlichen Essay nach. Er plädiert für Volksentscheide als notwendige Ergänzung zum Parlamentarismus und als Frustschutzmittel gegen autoritäre Populisten.

Artikel lesen
Interview

Bürgerbeteiligung in Kehl

Ein lebendiges Miteinander und eine aktive Mitgestaltung – das sind die Leitmotive, die das Gemeinwesen in Kehl prägen. In einem exklusiven Interview gibt Oberbürgermeister Wolfram Britz Einblicke in die Entwicklung und Bedeutung der Bürgerbeteiligung in seiner Stadt. Transparent, offen und innovativ sollen neue Wege der Partizipation beschritten werden, um den Menschen eine Stimme im kommunalen Geschehen zu geben.

Artikel lesen
Literatur

Conflict Culture Playbook

Dana Hoffmann und Hendric Mostert präsentieren konkrete Methoden und Werkzeuge, wie ein innovativer Umgang mit Konflikten in Beteiligungsprozessen aussehen kann.

Artikel lesen
Wissenschaft

Jugendbeteiligung in Berliner Bezirken

Die heutige Jugend sei politikverdrossen und wolle sich nicht engagieren? Das stimmt nicht, sagen Menschen, die in der Kinder- und Jugendbeteiligung tätig sind. Doch wie können junge Menschen für Projekte gewonnen und nachhaltig eingebunden werden, und was sind zentrale Hürden? Dieser Frage gingen Michelle Schinköth und Louisa Kühn in ihrer studentischen Forschungsarbeit nach, die sie im Beitrag zusammenfasst.

Artikel lesen
Best Practice

Jugenddialoge auf Landkreisebene

Wie können jungen Menschen mit kommunalen Entscheidungsträger*innen ins Gespräch gebracht werden? Jugenddialoge auf Landkreisebene können eine Antwort sein. Sie sind nicht nur ein Beteiligungsinstrument, sie sind auch ein wichtiges Signal an junge Menschen: Ihre Stimmen, ihre Perspektiven und ihre Sorgen sind wichtig. Udo Wenzl schreibt über Bedeutung, methodische Ansätze und Chancen von Jugenddialogen.

Artikel lesen
Best Practice

Beteiligung als Innovationstreiber

Motivierte, kreative Menschen, finanzielle Mittel und viel Raum für Ideen – hervorragende Zutaten für eine gelungene Beteiligung. Doch aus guten Zutaten folgt nicht automatisch ein gutes Ergebnis. Wie konnte im Rahmen der Smart-City-Strategie der Stadt Oberhausen aus Beteiligung erfolgreich Verantwortung werden?

Artikel lesen
Literatur

Demokratie neu gestalten

Politikverdrossenheit, Zukunftsängste und eine wachsende Kluft zwischen Bürger*innen und Politik prägen unsere Zeit. In seinem neuen Buch „Demokratie neu gestalten. Wege in eine bürgernahe Zukunft“ zeigt Risikoforscher Ortwin Renn, wie deliberative Prozesse und gezielte Beteiligungsformate die Demokratie stärken.

Artikel lesen
Medien

Kinder – Minderheit ohne Schutz

Kinder – Minderheit ohne Schutz. Das ist nicht nur der Titel des Buches, welches von Aladin El-Mafaalani, Klaus Peter Strohmeier und Sebastian Kurtenbach veröffentlicht wurde. Es war auch das Thema eines Online-Workshops, den Prof. Dr. Kurtenbach für den Fachverband Bürgerbeteiligung angeboten hat. Es ging um Demographie, Perspektiven und die Zukunft der Gesellschaft.

Artikel lesen
Lexikon

Deliberation

Der Begriff Deliberation stammt vom lateinischen deliberatio, was so viel wie „Beratschlagung“ oder „Abwägung“ bedeutet. Deliberation beschreibt einen anspruchsvollen den Prozess, in dem Menschen sich auf sachliche und faire Weise austauschen, um eine informierte Entscheidung zu treffen.

Artikel lesen