Berlin und Bürgerbeteiligung

Was ist die Zukunft der Bürgerbeteiligung in Berlin?

Am 09.06.2026 hat der Fachverband Bürgerbeteiligung zu einer Veranstaltung eingeladen: „Zukunft der Bürgerbeteiligung in Berlin“. Eingeladen waren Vertreter aller demokratischen Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses. Sie sprachen über die Entwicklung der Bürgerbeteiligung in Berlin in den letzten Jahren und darüber, was sie vielleicht anders machen würden, wenn sie nach der Wahl im September an der Regierung beteiligt sind.

Am 09.06.2026 hat der Fachverband Bürgerbeteiligung zu einer Veranstaltung eingeladen: „Zukunft der Bürgerbeteiligung in Berlin“. Das Ziel war, mit Vertretern der demokratischen Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses in Hinblick auf die Wahl im September dieses Jahres über das Thema Beteiligung ins Gespräch zu kommen. Die Moderation übernahm Daniel Kuhelmann, Dr. Andreas Paust hat den Fachverband vertreten. Erschienen sind Ülker Radziwill (Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement) für die Berliner SPD, Werner Graf (Bürgermeisterkandidat) für die Berliner Grünen und Hendrikje Klein (Sprecherin für Bürgerbeteiligung) für die Berliner LINKE. Zur Transparenz gehört: Die Berliner CDU wurde zur gleichen Zeit wie die anderen Fraktionen angefragt, hat jedoch keinen Vertreter geschickt. Ihr Stuhl auf der Bühne blieb deshalb leer.

Im Publikum fanden sich Personen verschiedenen Alters, Geschlechts und auch unterschiedlicher Ansichten wieder. Nur eines hatten natürlich alle gemeinsam: Sie interessieren sich für Bürgerbeteiligung. Daniel Kuhlemann hat während der Podiumsdiskussion allen Podiumsgästen Fragen zu Bürgerbeteiligung in Berlin gestellt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Vertreter der anwesenden Fraktionen gegenüber Bürgerbeteiligung positiv eingestellt sind und sich auch der Vorteile bewusst sind. Sie hatten auch in der Vergangenheit bereits mit Beteiligungsprozessen zu tun und planen, auch in der Zukunft Bürgerbeteiligung weiter unterstützen zu wollen. Nach der Podiumsdiskussion wurde ein Mikrofon für Fragen aus dem Publikum bereitgestellt. Dieses wurde auch von vielen Personen genutzt, um Fragen an die Abgeordneten zu stellen. Dadurch konnten viele auch parteipolitisch unterschiedliche Positionen eingebracht werden. Auch hier hat sich die schon erwähnte Bereitschaft gezeigt, weiterhin die Bürgerbeteiligung in Berlin vorantreiben zu wollen. Jedoch ist es hier wie bei auch fast jedem anderen Thema: Es muss auch auf die Haushaltslage geschaut werden. Die Abgeordneten betonten, dass sie verschiedene Beteiligungsprojekte gerne voranbringen wollen, aufgrund der ungewissen Haushaltslage aber natürlich nichts versprechen können. Insgesamt hat der Abend zu einem guten Austausch zwischen Beteiligern und Abgeordneten geführt, in dem viele verschiedene Perspektiven eingebracht wurden.

Diesen Beitrag teilen:

Das Magazin zur politischen Teilhabe

Gerne schicken wir eine kurze Email, sobald eine neue Ausgabe erscheint:

Weitere Artikel aus unserem Magazin

Literatur

Konflikte: Ressource oder Risiko?

Das Leben ist voller Konflikte, und nicht alle lassen sich lösen. Klaus Eidenschink beschreibt die Kunst des Konflikts als Fähigkeit, sinnvolle Konflikte zu eröffnen, nutzlose zu beenden und die restlichen klug zu regulieren .

Artikel lesen
Der Querulant

Jugendbeteiligung als Akt von Poesie

Was passiert, wenn Jugendbeteiligung mehr ist als Symbolik? Wenn junge Stimmen Verantwortung einfordern, Prozesse hinterfragen und Beteiligung messbar machen? Zwischen poetischer Vision und politischer Realität schreibt Martin Müller ein Plädoyer für echte Mitbestimmung statt gut gemeinter Kulisse.

Artikel lesen
Best Practice

Partizipation trifft Public Value

Partizipation hat nicht nur einen Wert an sich, sondern auch einen hohen Wert für die Gesellschaft, einen Public Value. Umso wichtiger ist das Wissen um die Theorie und Praxis von Bürgerbeteiligung – insbesondere für angehende Verwaltungsbeamt*innen und Bürgermeister*innen. Wie theoretischen Hintergründe und praktische Umsetzungen von Beteiligung an der Hochschule für öffentliche Verwaltung (HVF) Ludwigsburg gelehrt werden, beschreiben Hannes Wezel und Vanessa Watkins.

Artikel lesen
Best Practice

„Schimpfen-Spinnen-Schaffen“

Bürgerbeteiligung braucht einen Rahmen, braucht eine Idee, braucht Kraft, Motivation, braucht Perspektive, braucht Vertrauen und Zutrauen, braucht Haltung. Wie kann das in der heutigen Vielfalt der Herausforderungen unserer Gesellschaft gelingen?

Artikel lesen
Theorie

Kann man mal machen oder Must-have?

Kinder und Jugendliche lernen Demokratie meist nur abstrakt und theoretisch kennen. Echte Beteiligung und Mitbestimmung, die nicht nur als Feigenblatt dient, sondern einen wirklichen Einfluss ermöglicht, ist selten. Dabei würde das große Potenziale bringen. Sebastian Mech beschreibt die theoretischen Grundlagen und Leitideen, die echte Beteiligung junger Menschen fördern und legitimieren.

Artikel lesen
Interview

Jugendarbeit ein Leben lang

Von der Binsenweisheit „Die Jugend ist unsere Zukunft“ zur konkreten, erfolgreichen Jugendarbeit ist es oft ein weiter Weg. Welche Formate bringen Erfolg? Wie wird Zugang für Alle gewährleistet? Und wie kann die Arbeit personell gestemmt werden? Darüber sprechen wir im Interview mit Peter Knorre. Er ist Dipl. Sozialpädagoge (FH) und seit 2007 Leiter des Kinder- und Jugendhauses „Altes Gefängnis“ in Bad Säckingen.

Artikel lesen
Studie

Digitale Diskurse – Nur eine Phantasie?

Das Internet bietet die Chance, mehr Menschen besser in demokratische Willensbildung einzubeziehen. Das war die Hoffnung. Heute wissen wir: Soziale Medien sind dabei wenig hilfreich. Echte digitale Diskurse finden kaum statt. Doch muss das so bleiben? Welche Perspektiven gibt es? Und was muss sich ändern, damit das gelingt?

Artikel lesen