Bürgerräte im Reliabilitätstest

Ein Gastkommentar von Timo Rieg

Bürgerräte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Häufig stellt sich jedoch die Frage, wie reliabel die Ergebnisse dieser Prozesse sind. Wie zufällig und abhängig von der durchführenden Organisation sind Empfehlungen? Diese Frage stellt auch Timo Rieg in seinem Gastkommentar und kommt zu einer spannenden Forderung.

Losbasierte Bürgerbeteiligung zeigt in den letzten Jahren ein erstaunliches Popularitätswachstum. Zwar gibt es in Deutschland seit 1972 das Verfahren „Planungszelle“, bei dem aus dem Einwohnermelderegister per Zufall Mitbürger*innen ausgewählt und zu einer viertägigen Beratung eines konkreten Problems eingeladen werden. Doch sie führte stets ein Schattendasein.

Das änderte sich mit David Van Reybroucks Buch „Gegen Wahlen“, das in den Feuilletons überwiegend begeistert aufgenommen und so ein weltweiter Bestseller wurde. Nach medialer Begeisterung für eine von Ausgelosten erarbeitete Verfassungsänderung in Irland 2016 und einem davon inspirierten ersten bundesweiten Bürgerrat zu Reformen der Demokratie 2019 ist diese Form von Bürgerbeteiligung auch in Deutschland gut sichtbar. Inzwischen hört und liest man praktisch täglich von Bürgerräten, die vor allem auf kommunaler Ebene parteipolitisch strittige Themen bearbeiten.

Der folgende Inhalt ist nur für unsere Mitglieder zugänglich. Bitte logge dich ein, wenn du Mitglied im Fachverband Bürgerbeteiligung bist.

Anmelden
   
Timo Rieg ist Journalist und Biologe. Er betreibt u.a. die Website Aleatorische-Demokratie.de
Diesen Beitrag teilen:

Das Magazin zur politischen Teilhabe

Gerne schicken wir eine kurze Email, sobald eine neue Ausgabe erscheint:

Weitere Artikel aus unserem Magazin

Schwerpunkt

Demokratie ohne Beteiligung?

Unsere Demokratie ist unter Druck geraten. Rechtsextremisten gewinnen an Einfluss, ihre Wahlergebnisseund die von ihnen betriebene Verrohung der Gesellschaft machen Angst. Wie schützen wir unsere Demokratie? Kann Bürgerbeteiligung dabei ein Faktor sein?

Artikel lesen
Lexikon

Partizipation

Partizipation beschreibt den Prozess aktiver Teilhabe mit Wirkungsanspruch von Individuen einer sozialen Struktur.

Artikel lesen
Literatur

Konflikte: Ressource oder Risiko?

Das Leben ist voller Konflikte, und nicht alle lassen sich lösen. Klaus Eidenschink beschreibt die Kunst des Konflikts als Fähigkeit, sinnvolle Konflikte zu eröffnen, nutzlose zu beenden und die restlichen klug zu regulieren .

Artikel lesen
News

Bundesregierung in Verantwortung

Mit Spannung wurde der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD erwartet. Doch noch wichtiger als der Koalitionsvertrag ist, wie in der Regierungszeit tatsächlich gehandelt wird. Wie die Bundesregierung aus ihrer Sicht handeln sollte, hat das Kompetenzzentrum Bürgerbeteiligung in einer Resolution zusammengefasst.

Artikel lesen
Kommentar

Bürgerräte im Reliabilitätstest

Bürgerräte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Häufig stellt sich jedoch die Frage, wie reliabel die Ergebnisse dieser Prozesse sind. Wie zufällig und abhängig von der durchführenden Organisation sind Empfehlungen? Diese Frage stellt auch Timo Rieg in seinem Gastkommentar und kommt zu einer spannenden Forderung.

Artikel lesen
Interview

Eine Demokratie, die alle mitdenkt, wird für alle stärker

Inklusion ist ein wichtiges Thema in der Demokratie. Der Anspruch ist, dass alle Menschen – unabhängig von körperlichen, geistigen, kulturellen oder sozialen Voraussetzungen – gleichberechtigt mitwirken können. Für die Bürgerbeteiligung ergibt sich daraus eine doppelte Relevanz: Inklusion als Thema, aber auch als methodischer Anspruch. Wir sprechen darüber mit Mohamed Zakzak

Artikel lesen
Literatur

Workshop Roadmap

Beteiligungsprozesse finden häufig in Form von Workshops statt. Ein aktuelles Buch bietet umfangreiche Tipps und Tools für die Entwicklung, Organisation und Durchführung von Workshops in unterschiedlichen Formaten.

Artikel lesen
Der Querulant

Jugendbeteiligung als Akt von Poesie

Was passiert, wenn Jugendbeteiligung mehr ist als Symbolik? Wenn junge Stimmen Verantwortung einfordern, Prozesse hinterfragen und Beteiligung messbar machen? Zwischen poetischer Vision und politischer Realität schreibt Martin Müller ein Plädoyer für echte Mitbestimmung statt gut gemeinter Kulisse.

Artikel lesen
Best Practice

Traditionelles Wissen und demokratische Innovation

Die Potenziale deliberativer Bürgerbeteiligung sind groß. Nicht nur im europäischen Kontext sondern auch unter ganz anderen Rahmenbedingungen. Besonders in Lateinamerika erleben demokratische Innovationen, wie beispielsweise Bürgerräte, aktuell starken Aufwind. Ein Einblick in die Herausforderungen und Lösungen der ersten Klimabürgerversammlung im Amazonasgebiet.

Artikel lesen
Lexikon

Kinder- und Jugendparlamente

Ein Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) ist ein auf Dauer angelegtes institutionalisiertes Gremium, in dem Kinder und Jugendliche sich selbst, ihre politischen Ansichten und Positionen sowie repräsentativ ihre Altersgruppe angebunden an kommunale politische Strukturen während einer zeitlich abgegrenzten Zeitperiode vertreten.

Artikel lesen