Die demografische Entwicklung in Deutschland wird aktuell meist mit Blick auf Arbeitskräftepotenziale und unser Rentensystem diskutiert, nicht auf diejenigen, die die Folgen heutiger Entscheidungen tragen werden – oder sogar mit ihnen. Ganz im Gegenteil, ob Corona-Maßnahmen, verschleppte Klimawende oder Wiedereinführung der Wehrpflicht: Vieles wurde und wird im Krisenmodus über ihre Köpfe hinweg (und zu ihren Lasten) entschieden. Junge Menschen scheinen keinen zentralen Platz zu haben in dieser Gesellschaft und unter dem, was ihr wichtig ist; immer mehr von ihnen sind schon jetzt tief verunsichert bis traumatisiert.
“Die alternde Gesellschaft ist weder kindgerecht noch ist sie gerecht zu Kindern”, sagt Sebastian Kurtenbach. Erkenntnisse aus seinen tiefen Studien zu Benachteiligung, Nachbarschaften und Zusammenhalt in unseren Städten sind in das Buch zum Thema eingeflossen, das er als Weckruf mit dem erfahrenen Stadtsoziologen Klaus-Peter Strohmeier und dem Migrationsforscher Aladin El-Mafaalani verfasst hat.
Wir möchten uns die zentralen Erkenntnisse und Thesen kompakt von ihm erläutern lassen und gemeinsam der Frage nachgehen, was Beteiliger:innen und diejenigen, die sich in unserer Gesellschaft für Demokratie und Zukunftsfähigkeit engagieren, praktisch tun können. Wie können wir Kindern und Jugendlichen in den wichtigen Diskursen und Entscheidungsprozessen auf verschiedenen Ebenen ein Gesicht und eine Stimme geben und sie stark machen, ihre Interessen einzubringen? Welche Anstöße, welche Formate und Methoden, auch welche Ressourcen und Strukturen braucht es? Wir freuen uns, Erfahrungen und Perspektiven zu bündeln …
